Na, auch schon die etwas andere IKEA-Werbung gesehen? Die, in der die Familie in der leeren Wohnung wohnt, die nur aus auf dem Boden aufgemalten Möbeln besteht. Der Clip endet mit den Worten „Warte bis September“. Der Name „IKEA“ fällt gar nicht, dennoch ist es an der Stimme erkennbar, dass es sich um den schwedischen Möbelhersteller handelt. Der Sprecher mit der tiefen Stimme und dem schwedischen Akzent ist schon längst zum „Corporate Sound“ von IKEA geworden.
Die Kampagne hinterlässt fragende Gesichter, denn erstmals arbeitet IKEA hier mit einer „versteckten“ Kampagne…der Zuschauer soll sich bis „September gedulden und wird wohl dann erst erfahren, was es neues bei IKEA gibt“. Ähnlich war auch die letzte Kampagne von „Jägermeister“ angelegt. Wir erinnern uns an die „Kein-Jägermeister-Plakate“, die für Aufsehen sorgten und viele auf die offizielle Kein-Jägermeister-Seite-Klicken ließen. Eine Erklärung gab es nicht, der Konsument blieb unwissend aber gespannt. Die Seite ist mittlerweile nicht mehr aktiv, aber noch nicht down.
Geheimnisvoll ist spannend. Das dachte sich wohl auf IKEA. Eine passende Website dazu gibt es auch. Und das ist wirklich spannend. Ganz voyeuristisch kann man hier einfach nur per Webcam in eine schlecht eingerichtete Wohnung gucken und seinen Bewohner Nils beim Alltag zuschauen. Live natürlich. Unverblümt. Keine Kampagnenerklärung, keine Slogans, keine Produktwerbung. Großes Kino. Und das Beste: man kann mit diesem Typen auch Kontakt aufnehmen…per Mail, Post oder Telefon kann man Nils erreichen.
Wieder einmal ein gelungenes Beispiel für hervorragendes virales Marketing. Mit einer low-budget-Aufwendung (in Relation zu anderen Kampagnen ist das bisher eher kostengünstig) wird diese Seite im Netz wunderbar verbreitet, sie steckt an, jeder will den Hausbewohner mal sehen und in einer Big-Brother-Manie beschämt beobachten.
Wir dürfen gespannt sein ob die Kampagne Erfolg hat und natürlich auch darauf, was es denn nun endlich im September geben wird


UND WAS NUN?