Hier mal wieder was in Sachen “Web 2.0-Irrsinn”. Web 2.0 Start-ups gibt es ja eine Menge. Über den Sinn einiger Portale, deren Nutzen und ihre Daseinsberechtigung lässt sich streiten. Sie gibt es eben einfach. Zugegebenermaßen: die Ideen sind manchmal schlecht, manchmal doch auch ziemlich gut. Ob es Portale sind, in denen man sich über seine zukünftige Beerdigung austauschen kann, in denen man sein absolut häßlich gekatertes Haustier anmelden kann um Tierkontakte zu knüpfen, in denen man sich gemeinsam zum Joggen verabreden kann – irgendwie existieren diese Portale. Über die Frage, wie lange sie das tun, braucht man nicht philosophieren.
Ein neues Portal, gerade frisch und jungfräulich online gegangen, ist auch dieses: Servicewues.de
Komischer Name, denkt sich jetzt der Leser. Daher muss man auf der Seite und in der Pressemitteilung die Aussprache erklären (”Sprich “Servicewüsde”. ) Oh wie kreativ. Vor allem wenn es sich nicht auf den ersten Blick erschließt und auch noch optisch ein übler Weggucker ist. Das Umlautproblem lässt die Sprachkreativität der Namensfinder in Nullkommanichts verschwinden.
Servicwues.de ist ein Beschwerdeportal. Hier kann man, zukünftig, seinen Launen freien Lauf lassen und sich über Unternehmen XY beschweren. Das Portal nimmt die Beschwerde auf und leitet sie an das Unternehmen weiter. Das Credo: man setzt auf das Beschwerde-Paradoxon. Sprich: nachdem man sich beschwert hat, ist der Kundenkontakt um einiges besser und man möchte den einst so verhassten Unternehmenschef auf einmal knuddeln und drücken!
Gut. Das schafft natürlich die füllige, vom Wollpullover ummantelte Mitarbeiterin in der Verbraucherzentrale nicht. Und auch die kratzbürstige Hartz IV Empfängerin an der Telefonhotline im Service- und Beschwerdebereich des Unternehmens XY kann dem verzweifelten Nutzer auch nicht zu diesem Gefühl verhelfen.
Arme, kaputte Welt.
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UND WAS NUN?