Ein Blinder findet auch mal… einen Leoparden.

„Bäh. Werbung. Schalt mal um.“ – so tönt es oft aus deutschen Wohnzimmern. Gut, an manchen Tageszeiten mag das auch richtig so sein. Der Vormittag, gespickt mit bunten Filmchen, die der Frau sowieso nur deutlich machen, dass auch sie ihr Hüftgold endlich loswerden kann, wenn sie nur klug genug wäre, dass sie die hässlichen Streifen [...]

Die Welt ist eigentlich ein großer Topf Kräuterquark in dem sich Quark, Pfeffer, Salz und Lauch mit menschlicher Arroganz, Dummheit und Überheblichkeit zu einem Geschmackskonglomerat vermischen und einen beißenden Nachgeschmack hinterlassen. Mahlzeit!

„Bäh. Werbung. Schalt mal um.“ – so tönt es oft aus deutschen Wohnzimmern. Gut, an manchen Tageszeiten mag das auch richtig so sein. Der Vormittag, gespickt mit bunten Filmchen, die der Frau sowieso nur deutlich machen, dass auch sie ihr Hüftgold endlich loswerden kann, wenn sie nur klug genug wäre, dass sie die hässlichen Streifen am Waschbecken durch anderes Putzen auch wegbekommt und natürlich Spots, die die unangenehme Aufgabe haben für Damenhygiene oder Durchfallbremser zu werben.

Der Abend sieht dann schon ganz anders aus. Inmitten von Blockbustern zur Primetime werben die Teueren. Autos und Hightech sollen in den Hirnen verankert werden und Mensch am besten noch im Schlaf begleiten.

Manche Spots schaffen das auch. Das Werbung Kunst sein kann beweisen einige Spots. Mein Liebling der Woche ist der Clip für den neuen Passat CC.
Inattentional Blindness ist die Geheimwaffe der Werber aus Wolfsburg. Oft geht dieses Phänomen mit der Veränderungsblindheit einher. Was das ist? Ganz einfach: Dinge, die zwar offensichtlich sind, einem auffallen müssten, weil sie neu sind oder eben anders, fallen einem aber nicht auf. Beispiel: Der Freund kommt aus dem Bad und während man gerade die Schubladen des Nachttisches ausräumt und sich über Alt-Neu-Entdecktes freut, fällt einem überhaupt nicht auf, dass er sich den kleinen Bart am Kinn abrasiert hat, obwohl man ihn bereits angeschaut hat. Das ist nicht bös gemeint und auch keine Form von gewollter Ignoranz, sondern einfach nur die Folge des  Richtens der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache.

Zusammengefasst legen diese Feststellungen den Schluss nahe, dass wir nur diese Objekte und Details wahrnehmen oder bemerken, auf die wir unsere Aufmerksamkeit richten. Grund dafür ist die eingeschränkte Verarbeitungskapazität unseres Gehirns. Es muss also selektieren, welche Informationen relevant sind und welche weniger. Erst indem wir unsere Aufmerksamkeit einem Reiz zuwenden, wird uns dieser bewusst. Die Ausrichtung der Aufmerksamkeit beeinflusst die Aktivität bestimmter Gehirnstrukturen. (Quelle)

Im Prinzip ist das Ganze also sehr einfach, genauso einfach wie der Mensch auch gestrickt ist. Die Assoziationsebene ist sehr einfach zu ziehen: 20:40 Uhr – Feierabend – Couch – Abendessen – Actionfilm – Manneskraft – Interesse – Technik – Schnelligkeit – Frauen – Interessen – Eleganz – Ästhetik – Luxus – Auto – Details – Fahren – Neu – Design – Straße – Schnelligkeit – Kaufen!

Eine Frau mit Leopard taucht in der Assoziationsebene naturgemäß nicht auf, ergo, man erwartet es nicht, man sucht nicht danach. Der Blick ist aufs Auto gerichtet und auf nichts anderes.

So simpel wie einfach. So gut.

Tags:, , ,

Write a comment? Go on!

Deine E-Mail wird weder preisgegeben noch weitergehend verwendet. Pflichtfelder haben einen *

*
*
Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes