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	<title>antennenmuetze.de&#187; antennenmuetze.de &#8211; Bitte klicken Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen!</title>
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		<title>&#220;ber Silvester. Oder auch &#252;ber die Abgr&#252;nde menschlichen Handelns!</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jul 2008 06:19:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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Zum Gl&#252;ck isses vorbei. Das Grauen. Das &#220;bel des Jahres. Der Selbstbetrug und das Massenruml&#252;gen. Es wird auch Silvester genannt.
Warum tut sich der Mensch eigentlich so etwas an? Keiner mag es, jedem ist es zu viel, aber alle machen mit. Man muss ja. Es ist ja ein gesellschaftlich-verankerter Ritus, den man nicht einfach so weglassen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://bp2.blogger.com/_XdncG1EyOjo/R3tgFhYbIJI/AAAAAAAAACg/Ci0nb-4RZNg/s1600-h/2008.jpg"><img style="display:block;cursor:hand;text-align:center;margin:0 auto 10px;" src="http://bp2.blogger.com/_XdncG1EyOjo/R3tgFhYbIJI/AAAAAAAAACg/Ci0nb-4RZNg/s320/2008.jpg" border="0" alt="" /></a></p>
<div>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:0.0001pt;line-height:normal;"><strong><span style="font-size:12pt;font-family:&quot;">Zum Gl&#252;ck isses vorbei. Das Grauen. Das &#220;bel des Jahres. Der Selbstbetrug und das Massenruml&#252;gen. Es wird auch Silvester genannt.</span></strong><span style="font-size:12pt;font-family:&quot;"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:normal;"><span style="font-size:12pt;font-family:&quot;">Warum tut sich der Mensch eigentlich so etwas an? Keiner mag es, jedem ist es zu viel, aber alle machen mit. Man muss ja. Es ist ja ein gesellschaftlich-verankerter Ritus, den man nicht einfach so weglassen kann. Schlie&#223;lich endet ja jedes Jahr einmal und ein Neues beginnt. </span><span style="font-size:12pt;font-family:&quot;" lang="EN-US">But why are people makin such a big fuss ´bout it? </span><span style="font-size:12pt;font-family:&quot;">Das muss man mir noch mal erkl&#228;ren. Bildungsl&#252;cke oder einfach nur ein normales Verst&#228;ndnis des Seins?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:normal;"><span style="font-size:12pt;font-family:&quot;">Jedes Jahr am letzten Dezembertag gibt es dasselbe Spektakel. Schon Tage vorher sammeln sich allerlei Kreaturen in diversen Einkaufsparadisen, wie Lidl, Aldem oder Spar, und kaufen. Nein, eigentlich kaufen sie nicht. Sie horten. Sie sammeln. Schon am Parkplatz, kurz vor dem Aussteigen aus dem Auto drehen sie den Einkaufschip nerv&#246;s in der Hand<strong>.(Den Chip haben sie ne Woche vorher von einer billigen, gebr&#228;unten Promoterin an einem Handyladen in die Hand gedr&#252;ckt bekommen „Willst du auch bei unserem Gewinnspiel mitmachen?“ „Nee du mittelm&#228;&#223;ig intelligente Verteilerplinse! Seh ich so aus? Bevor du mit mir redest, schaff dir erstmal ein bissl Hirnmasse an.“)</strong> Mit diesem Chip beginnt der Kampf um den besten Korb, den besten Platz an der Fleischtheke und im Knabbereien-Regal. Die K&#246;rbe platzen, sind zum Bersten gef&#252;llt. 4,5,6 – 7 Flaschen Sekt. Ganz viel Bier und Wodka. Und wenig Verstand. Der passt ja auch nicht mehr in den Korb. Obwohl von dem noch ganz viel im Regal liegt. <strong>Nicht der Superseller, irgendwie.<br />
</strong><br />
Wenn dann alles gekauft ist, geht’s nach Hause. Schlie&#223;lich muss man sich ja auf die Mega-Party vorbereiten. Mega-Party. Toller Ausdruck. Schon seit Tagen bel&#228;stigen uns die Medien mit Ank&#252;ndigungen f&#252;r die beste Party in Town. Freibier und Kostenlos-Billig-Sekt nach Null Uhr. F&#252;r alle. Oder manchmal auch nur f&#252;r die „Ladys“. <strong>Aber nur wenn sie keinen Slip tragen.</strong> Oder sich von einem h&#228;sslichen Dummstripper, der keinen Satz geradeaus sprechen kann, billigen Pseudo-Champagner von der Bar in den Mund kippen lassen. Frei nach Coyote Ugly. Hier ist es wohl eher Coyote Dumm. Passt zum Umfeld. Der Eintritt ist nat&#252;rlich erschwinglich. 20 Euro. Echt. F&#252;r Silvester ein Schn&#228;ppchen. Auch wenn der Abend in dem Club genauso ist wie jeden Samstag, an dem man dort ist und nur 4 Euro zahlt. Nix anderes. Aber es gibt ein Mitternachtsbuffet. Dosenkartoffelsalat und H&#228;ppchen. Das wird sp&#228;ter alles rausgekotzt. Die Umrisse des Kotzfleckes sieht man dann bis Juli auf dem B&#252;rgersteig.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:normal;"><span style="font-size:12pt;font-family:&quot;">Doch man muss nicht zwangsweise in einen Club gehen. Man kann auch auf eine Privatparty gehen. Beim Homie um die Ecke. „<strong>F&#252;r Essen und Trinken ist gesorgt. Wer Sonderw&#252;nsche hat, muss sich sein Trinken selbst mitbringen.“</strong>, hei&#223;t es in der Einladungsemail. Nat&#252;rlich an einen selbst gerichtet – aber im cc stehen ungef&#228;hr noch 100 andere Emailadressen. Der Gastgeber ist also ein sozial gut eingebettetes Tier, mit vielen Kontakten und der F&#228;higkeit menschliche Beziehungen zu pflegen. Respekt. Das soll der Eingeladene denken. Dass von den 100 versendeten Mails die H&#228;lfte zur&#252;ck kam, wei&#223; ja keiner. Und am Ende hei&#223;t es: die Wohnung ist ja auch nicht soooo gro&#223;. „Ich musste mich auf den engen Freundeskreis beschr&#228;nken“. Knick Knack. Um 20 Uhr geht’s los. Besonders aufregend ist bei vielen auch schon der Weg zum Ziel. Das bedeutet, der Weg zur Party. Das R&#246;ckchen kurz, die Hose h&#228;ngt tief und die Flasche sitzt. Elegant, schlank und wie von Gott designt liegt die Sektflasche in der Hand des Weibchens. Es ist kalt drau&#223;en. Der Flaschenhals friert beinah im H&#228;ndchen fest, aber das ist egal. 2-, 3- und 4-mal angesetzt, schon merkt man die K&#228;lte nicht mehr. Lustig wird die Flasche beim Laufen von Mund zu Mund gereicht. <strong>Eine alkoholisch-orale-Sekt-Massen-Orgie mit Bakterienaustauchscharakter.</strong> Schnell wird getrunken. Muss ja alle werden. Auch wenn die zu erreichende Partylocation im Haus gegen&#252;ber liegt. Die G&#228;ste trudeln ein. Heute kommen alle mal nicht erst nach 1 Uhr. Das w&#228;r ja auch sinnlos. Die Bude f&#252;llt sich. Rumsteher hier, Plauderer da. Der Nudelsalat auf dem Tisch an der Wand wird mit dem L&#246;ffel durchl&#246;chert, die H&#228;lfte liegt auf dem Laminatboden davor. Das sichere Zeichen, dass der Alkoholkonsum steigt oder der L&#246;ffel zu klein war. Klack, Zisch, Peng – machen die Bierflaschen und Sektpullen. Besonderer Dank gilt auch den edlen Modedesignern, die f&#252;r den heutigen Abend schicke und edle Silvesteroutfits entworfen haben und denen sich besonders das weibliche Silvesterwesen bedient hat. Schwarz ist es meistens. Oder wei&#223;. Ein bisschen Glitzer ist dabei. Und der R&#252;cken ist frei. Da kann dann lustig, d&#252;mmlich gekichert werden, wenn ein volltrunkener Silvesterhoschi versehentlich Sekt auf den R&#252;cken kippt. „Ups, das muss ich wohl ablecken“. Welch Opfer.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:normal;"><span style="font-size:12pt;font-family:&quot;">Null Uhr. Abgr&#252;nde tun sich auf. Menschliche Abgr&#252;nde bestehend aus den widerw&#228;rtigen Verhaltensweisen der meisten Erdenb&#252;rger: gespielte Freude, Zwielichtigkeit und Heuchelei gepaart mit L&#252;gen und Betr&#252;gen, Unehrlichkeit und vielen Alkoholfahnen. Das alte Jahr ist vorbei, das Neue beginnt. Und es wird angesto&#223;en. Jeder mit jedem, einmal, zweimal, dreimal, bekannter- und unbekannter Weise, schnell, langsam, doppelt und dreifach, mit Lachen und K&#252;ssen, Knutschen und Dr&#252;cken – Silvester mit Swingerclub-Charakter halt. Und die L&#252;gen beginnen: „<strong>Frohes neues Jahr.“, „Dir auch“. „Ich w&#252;nsche dir ein erfolgreiches Jahr“. „Bla, dir auch.“, „Gr&#246;&#246;&#246;&#246;&#246;hl.“, „Happy new year“, „Ich hoffe es klappt alles wie du es dir w&#252;nschst“. „Bla Bla Blubb. Das w&#252;nsch ich dir auch.“.<br />
</strong><br />
<strong>Jeder sagt es, keiner meint es so.<br />
</strong><br />
Auch fremde Menschen w&#252;nschen sich dies. Vor gerade mal einer Stunde kennengelernt, aber sich schon dreimal aufm Klo untenrum angefasst, w&#252;nschen sie sich nun Erfolg und Gl&#252;ckseligkeit, dabei kennen sie nicht mal ihre Namen. Besonders interessant sind auch die „Nachrichten&#252;berbringer“. Das sind Menschen, die jemanden kennen, ihn aber lange nicht gesehen haben, bei der Party aber nun jemanden sehen, der den oder diejenige kennt. <strong>„Mensch, die Welt ist ja klein. Dass ich dich hier treffe. Ist eigentlich XY auch hier? Wie geht’s ihm oder ihr und was macht sie oder er denn so? Bestell doch mal sch&#246;ne Gr&#252;&#223;e!“.</strong> Toll. Wieder ein menschlicher Abgrund. Hat es nicht einen Grund, dass er oder sie keinen Kontakt zu ihm oder ihr hat? Ist einem kurzzeitig entfallen, dass er oder sie einen eigentlich gar nicht mehr leiden mag und man eigentlich froh ist, keinen Kontakt zu haben? Interessiert man sich nun auf einmal wieder f&#252;r die „angeblich ja so vermisste Person?“ Daf&#252;r h&#228;tte man doch auch das ganze Jahr Zeit, oder? Zum Gl&#252;ck gibt’s ja Silvester. Da f&#228;llt einem das wieder ein. <strong>Wie falsch und berechnend k&#246;nnen Menschen sein?</strong> Der Befragte muss sich ja auch doof vorkommen. Wird er nicht eigentlich gerade missbraucht? Er dient zum Ausfragen &#252;ber den lang nicht mehr Gesehenen, als Informationsbeschaffungsquelle. Um ihn selbst geht es gar nicht und der anderen Person ist der Befragte v&#246;llig egal. Hauptsache er erz&#228;hlt ein bissl &#252;ber das interessante Leben des Anderen. Normalerweise w&#252;rde er oder sie &#252;ber sie oder ihn gar nicht reden. Aber die geistige Umnachtung durch diverse Alkoholika muss man ja ausnutzen. Alkohol macht redewillig. Infos erh&#228;lt man, verarbeitet man und merkt man sich. Und der Missbrauchte und Befragte kann sich nicht wehren, plaudert lustig drauf los und wird sich am n&#228;chsten Tag auch nicht mehr erinnern. Das ist alles wahre Freundschaft. So uneigenn&#252;tzig.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height:normal;"><strong><span style="font-size:12pt;font-family:&quot;">Und am n&#228;chsten Morgen ist alles vorbei. Dreckig ist es und geht es auch vielen. Warum nur? Vielleicht weil sie wieder einen Abend voller Boshaftigkeiten und menschlicher &#220;belkeiten sowie Charakterprostitution hinter sich gebracht haben und der liebe Herr all diese Verhaltenss&#252;nden mit Brechattacken und Kopfschmerzen bestraft?<br />
</span></strong><span style="font-size:12pt;font-family:&quot;"><br />
Nein das kann nicht sein. Der Alkohol wars nat&#252;rlich.<br />
</span><strong><span style="font-size:15.5pt;font-family:&quot;">IN DIESEM SINNE: HAPPY NEW YEAR!<br />
Ach ja: und viel Erfolg w&#252;nsch ich. Irgendwie. </span></strong><span style="font-size:12pt;font-family:&quot;"></span></p>
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